Schüler lesen Zeitung

- Teilnehmerinnen des Zeitungsprojekts
© Thomas Binn
Im Rahmen des Projekts "Schüler lesen Zeitung" haben wir uns über einen Zeitraum von 6 Wochen mit der Rheinischen Post auseinandergesetzt. Drei Arbeitsgruppen befassten sich täglich mit den neusten Meldungen zu dem aktuellen Weltgeschehen und regionalen Themen.
Die Idee zum Projekt kam Yvonne Tschirpke, als sie eines Morgens eine ihrer Maßnahmeteilnehmerinnen auf ein in den Medien sehr populäres Thema ansprach. Keine ihrer Teilnehmerinnen konnte sich, auch auf Nachfrage dazu äußern, da das Allgemeinwissen nicht vorhanden war.
Anfangsschwierigkeiten gab es viele, denn der Zugang zur Tageszeitung musste mühsam hergestellt werden. Lesen wurde von den Teilnehmerinnen als mühsam, schwierig und langweilig empfunden und erst nach einigen Tagen und Gruppendiskussionen entwickelte sich Interesse für tagesaktuelle Themen.
In den ersten Tagen wurden kleine, später auch große Artikel zusammengefasst und eigenständig umformuliert. Von Woche zu Woche vertieften sich die Teilnehmer immer weiter in die unterschiedlichen Themen und als die schreckliche Katastrophe in Japan ihren Lauf nahm, wurden auch mehrseitige Artikel in Mindmaps und selbsterstellten Plakaten zusammengefasst und verarbeitet.
Nach und nach wurde die Rheinnische Post fester Bestandteil des Tagesablaufes und es wurde über vieles geredet, was vorher kein Thema.
Zeitung bildet!

- Erarbeitete Stellwand (Mind-Map)
Die Teilnehmer aus dem Bereich Gesundheit und Soziales der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen stellten fest, dass das morgendliche Zeitunglesen geraume Zeit in Anspruch nahm.
Das „Überfliegen“ neuer Nachrichten oder das „bewusste Lesen“ stellt einen immensen Unterschied dar, der sich auf alle Bereiche des Lebens bezieht.
Ausgehend von den jeweiligen Überschriften verbirgt sich oft ein deutlich umfassenderer Inhalt in den Artikeln, welcher nach Erfragen, Zuordnung und Erörterung komplexe Themen aufwirft.
Die teilweise sehr unterschiedliche Auffassung sowie individuelle Einstellung und Meinung zu den Themen:
- Gentechnik: Vorteil oder Gefahr?
- Inwieweit betreffen uns Naturkatastrophen, Krieg, politische Auseinandersetzungen, wirtschaftliche Aspekte in der ganzen Welt?
- Was macht diese Information mit unserem emotionalen Erleben?
regte zu heftigen Diskussionen an.
Die Frage: "Was können wir ändern" kam zwangsläufig auf.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass stetige Information, beständiges Hinterfragen, ein gutes Basiswissen, Dazulernen und eine aktive Beteiligung am Leben Voraussetzung eines jeden Änderungsprozesses in gleich welchem Bereich sind.
Um dies zu verdeutlichen haben wir eine Collage erstellt, in deren Mittelpunkt der Mensch steht.
Dieser hält sinnbildlich einen Teil der Themen, mit welchen wir uns umfassender beschäftigt haben, in den Händen.
Optisch wollen wir darstellen, wie äußere Einflüsse den Menschen als ein Organsystem beeinflussen oder schädigen können.
Weitere Aspekte des Zeitungsprojekts
Bei der Beschäftigung mit dem Projekt ermittelten die Schüler, dass die sinnvollen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche in der Region Geldern sehr beschränkt sind. Der Freizeitaspekt, welcher uns das Projekt „Schüler lesen Zeitung“ vermittelte, bezog sich auf Kreuzworträtsel, Sudoku sowie Kurzmeldungen über Veranstaltungshinweise.
In diesem Zusammenhang entstand ein Leserbrief innerhalb der Gruppe, der in einer Einladung zu einer Podiumsdiskussion mündete.
Die Stellenanzeigen der RP nutzten wir natürlich zwecks Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz. Dabei fiel uns insbesondere die samstägliche Beilage „Ausbildung“ positiv auf, da sie viele Tipps und Hinweise rund um das Thema vermittelt.
Insgesamt empfand der Bereich Gesundheit und Soziales das Zeitungsprojekt als positive Bereicherung zu den Unterrichtsinhalten, die dort vermittelt werden.
Einige O-Töne:
David Bellen aus dem Bereich Wirtschaft und Verwaltung:
"Das morgendliche Lesen der Rheinischen Post bringt mir als Teilnehmer die Möglichkeit eine Einsicht in aktuelle, regionale und weltweite Geschehnissen zu erlangen. Als besonders sinnvoll empfinde ich es, mich in der Gruppe mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen und darüber zu diskutieren.
Die Auffassung der anderen Teilnehmer der Artikel ist sehr unterschiedlich. Ich halte es für wichtig, unterschiedliche Ansichten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und dadurch offener für andere Meinigen zu werden."
Sebastian Geldermann und Christopher Hormann aus dem Bereich Wirtschaft und Verwaltung:
"Wir wurden durch die RP gut informiert und konnten uns eine eigene Meinung bilden. Besonders die Diskussionen über Atomkraft, die Situation in Japan und das Pro und Contra für eine Bundeswehreinsatz in Libyen waren lebhaft und interessant."
Nevroz Göktas:
"Ja, in letzter Zeit, also seitdem wir das Projekt angefangen haben, lese ich die Themen bewusster und interessierter."
Julia Tackenberg:
"Durch dieses Projekt habe ich natürlich mehr und anders die Zeitung gelesen.
Mit diesem Projekt hat man gelernt, sich mit Zeitungsartikeln zu beschäftigen und diese auszuarbeiten, um vielleicht auch hinter diesen Artikel zu gucken."
Christoph Krauhausen:
"Durch das Projekt habe ich auf jeden Fall einen anderen Bezug zum Lesen der Zeitung bekommen. Ich habe vorher auch schon die Tageszeitungen gelesen, allerdings nicht so intensiv …"

